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Das Balthasar-Kraft-Haus
(1823 - 2019)

Die außergewöhnliche Geschichte
eines Geschäftshauses

Hier schuf Balthasar Kraft, einst gefragter Kirchenmaler und Pfaffenhofens wohl erster Kreativ-Unternehmer, in seiner Kunstanstalt seine berühmten Heilig-Grab-Kulissen, Himmelfahrtsmaschinen und Miniatur-Lourdesgrotten.
 

  • 1823
    Das Bürgerhaus stand südwestlich außerhalb der Stadtmauer nahe dem abgetragenen Scheyerer Tor und wurde ursprünglich als eingeschossiger Baukörper mit Mansarddach durch Lizentiat Maurer errichtet. 
     

  • 1857
    Balthasar Kraft erwarb das Gebäude. Er gestaltete es im Stil des Historismus um, richtete hier seine Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten ein und baute im Jahr 1874 zwei Verkaufsläden und Schauräume ein.
     

  • 1881
    Kraft stockte das Gebäude im Zuge weiterer Umgestaltungen auf. Dieser Phase entstammt auch der prägnante Erker zur Scheyerer Straße, hinter dem sich das sog. „Studiolo“ – wohl das Präsentationszimmer Krafts – befindet.

    Ebenfalls bauzeitlich sind die Fassadenfiguren. „Hl. Maria - unsere Zuflucht“ und „Hl. Joseph - unser Vorbild“ ist auf den aufwendig gestalteten Konsolen zu lesen. Zusammen mit dem Scheyerer Kreuz auf der Bedachung des Erkers war dies Ausdruck der durchaus offen zur Schau gestellten Frömmigkeit Balthasar Krafts.
     

  • 1889
    Nach dem Tod von Balthasar Kraft im Jahr 1889 führten seine Schwiegersöhne Josef Kiermeier und Franz Dax die Kunstanstalt einige Jahre fort. Vorübergehend besaß sein Sohn Adolf das Haus und richtete 1904 ein Fotoatelier ein.
     

  • 1913
    Nach weiteren Besitzwechseln richtete im Jahr 1913 Ludolf Neumeir eine Bäckerei in dem Haus ein, die rund ein halbes Jahrhundert Bestand hatte. In der Folge wurde das Gebäude durchgehend als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Im Haus wohnten zu dieser Zeit als Mieter Karl Pflügel, Oberbraumeister beim „Wohlherrn“, und seine Frau Maria, die auf der östlichen Seite ein Kolonialwarengeschäft führte, sowie für 15 Jahre die Familie des Textilchemikers Emil Koziel.
     

  • 1960
    Das Haus geht in den Besitz der Familie Schattenhofer über. In den 1960er Jahren erfolgten mehrere Umbauten in und am Gebäude. Die Verkaufsräume im Erdgeschoss erfuhren in den letzten Jahrzehnten eine wechselnde Nutzung. So waren dort mehrere Jahre Pfab Obst und Gemüsehandel „Frucht-Ecke“ untergebracht. Markus Käser bezog mit „echtland marketing“ als letzter Mieter vor der Renovierung das Erdgeschoss. 
     

  • 2016
    Der Bauingenieur Wolfgang Eichenseher erwirbt und restauriert das Gebäude. Als Grundlage für die im Jahr 2019 vollendete Wiederherstellung diente die ursprüngliche Fassadenfassung von 1881. Im Gebäude befinden sich heute im Obergeschoss Büros von WipflerPlan. Im Erdgeschoss und im neuen Anbau betreibt Markus Käser mit Echtland ein CoWorking-Loft sowie das "Neue Schmiede" Ideen-Labor mit Workshop-Space.

Text: Andreas Sauer, Markus Käser, Wolfgang Eichenseher